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Donnerstag, 11. Juni 2026

Den Stromfresser nehmen wir natürlich mit

Wenn der Umzug ansteht, sind die Stromfresser immer die letzten, die eingepackt werden. Ein persönlicher Blick auf die wenig romantische Auswahl.

Clara Hoffmann//2 Min. Lesezeit

Es gibt diesen einen Moment während eines Umzugs, der mir regelmäßig den letzten Nerv raubt: das sorgfältige Einpacken der elektrischen Geräte. Staubige Kisten voll mit Geschirr und alten Büchern lassen sich relativ leicht bewältigen. Aber die Stromfresser – das sind die Kühlschränke, die Waschmaschinen und all die anderen großen Verbraucher – scheinen eine besondere Zähigkeit an den Tag zu legen. Vielleicht ist es die schiere Masse oder die unübersehbare Tatsache, dass sie eine gewisse Energie in die nächsten Wochen der Planung bringen, die mich jedes Mal stutzig werden lässt.

Es wird oft von der Unordnung während eines Umzugs gesprochen. Doch ich finde, die wahre Unordnung liegt im Chaos der Vorbereitungen und der unausweichlichen Fragen, die sich stellen: Wie transportiert man einen Kühlschrank? Muss man ihn tatsächlich komplett leeren, bevor man ihn bewegt, oder reicht es, die Tür zu schließen und zu hoffen, dass alles gutgeht? Es sind diese seltsamen Überlegungen, die den schlichten Vorgang zu einer philosophischen Übung machen. Die Energiefresser, die man nicht einfach in die nächste Kiste werfen kann, laden nicht nur auf, sondern bringen auch eine Art von Last mit sich – emotional und physisch.

Wenn ich dann schließlich vor der gewaltigen Herausforderung stehe, einen Staubsauger ohne Kabel zu wählen oder die launischen Eigenschaften einer Mikrowelle zu überdenken, wird mir bewusst, wie absurderweise auch diese Geräte Teil eines Narrativs sind, das wir uns beim Umzug erzählen. Es ist nicht nur der Transport von Dingen; es ist das Mitnehmen von unzähligen Erinnerungen, die mit den Stromfressern verbunden sind. Der Kühlschrank, der während der ersten selbstgekochten Mahlzeit stand, oder die Waschmaschine, die die letzte große Wäsche einer chaotischen Zeit in sich trägt.

Und so schiebe ich die Geräte noch einmal hin und her, um sicherzustellen, dass ich alles erledigt habe. Die Erinnerung an die Momente, in denen sie uns begleitet haben, wird so stark, dass ich fast das Gefühl habe, sie müssten einen eigenen Abschied erhalten. Es wird einem bewusst, dass man nicht nur umzieht; man entlässt einen Teil seiner Geschichte aus dem eigenen Heim – und oft, ohne willentliche Trauer. Es sind eben die Stromfresser, die uns im wahrsten Sinne des Wortes am meisten belasten und gleichzeitig die Vertrautheit einer vergangenen Zeit bewahren.

Während ich schließlich auch dem letzten dieser Kolosse den Abschied gebe, schwingt ein leiser Hauch von Melancholie mit. Gerade diese verstaubten, oft missachteten Geräte bringen uns die tiefste Einsicht: dass jeder Umzug nicht nur ein Ortswechsel ist, sondern auch die Möglichkeit, sich von einem Teil seiner Identität zu trennen. Wer hätte gedacht, dass ein Kühlschrank so viel über meine vergangenen Jahre aussagen könnte?